Am 1.Mai 1994 wurde die Band 'Heavy Gummi' erstmals auf den damals noch geheimen Dichterfürsten Tom de Toys aufmerksam, als dieser am Kölner 'Tanzbrunnen' beim Open-Air-Festival (Initiator: Klaus der Geiger) seinen 93er-Hit "INFLATION" mit den berühmten Zeilen "(...) denn der himmel ist nicht blau / und engel nicht weiß (...)" rezitierte. Jamsessions im Düsseldorfer Proberaum und gemeinsame Auftritte folgten - im 'Redhouse' und in Köln: in der ehemaligen Discothek 'Salute', wo T.de.T. Poetry Slams der Produzentenzeitschrift PZS 'SchmutzEngel' (seit 1996 'S.E.N.F.') organisierte (mit dabei u.a. Kara Pientka & Ben Henn), kurz bevor sie trendy wurden, und 1995 beim 1.bundesweiten Off-Lyrik-Festival im ehemaligen 'BelAir', auf dem z.B. stan lafleur, Ron Schmidt, Dr.Treznok und Prof.Peter Rech performten. Der philosophische Austausch mit dem Trompeter Marcus Klische ermöglichte dann am 2.3.96 die inoffizielle DR²-Premiere zur Vernissage der Plakatwand gegen Ausländerfeindlichkeit (Meerbusch), die T.de.T. zusammen mit Tom A.Hawk ('Space Indians Int.') gestaltete. Aber erst zur Finissage der letzten Jahresausstellung "Die Düsseldorfer" am 19.4.96 im ehemaligen 'Kunstpalast' präsentierte sich das Urduo als "Das Rilke Radikal". Und schon der Poetry-Slapstick-Abend im Café 'Grenzenlos' am 11.6.96 erweiterte dieses Sound-Off-Lyrik-Perhappening (S.O.L.P.) mit Posti (Pantomime) zum Trio, unterstützt von Gastmusikern und Diashow. Seitdem wächst das interdisziplinäre Inferno aus Literatur & Klang mit teils komponierten, teils improvisierten Stücken und dem sogenannten "free word jam", der die Atmosphäre spontan spiegelt: das delirierende "Dichtermonster" (Zitat F.A.Z.) mit transmetaphysischen Floskeln, der tanzende Trompeter, der verspielte Weißgeschminkte und spirituell-schräge Musikteppiche erlauben dem Publikum, sich wiederzufinden und ekstatisch zu beteiligen. Ein Echtzeitereignis mit unwiederholbaren Momenten, wo Text, Stimmgewalt, Instrumente, theatralische Körpershow, Effekte und die Intensität aller Anwesenden zu einer seelenerweiternden Synthese verschmilzt... L.I.E.B.E. als "Lust integral-erweiterter Bewußtseinseuphorie" ermuntert zu interaktivem Kontakt, der Auftritt mündet in eine lustige Party, und tags darauf weißt du, warum S.O.L.P.s den Sprung ins 23.Jahrhundert unverzüglich einleiten - DIREKTE DICHTUNG, des Dichterfürstens transpoetologische Programmatik als neue Strömung radikal-engagierter Live-Literatur treibt die Bande aus Neuropolemikern an!!!
Nach zahlreichen Gigs im 'Stadttor'-Rohbau (1996, Düsseldorfs neues Wahrzeichen), beim 2.bundesweiten Off-Lyrik-Festival im 'SubRosa' (Kiel 1996, mit u.a. Hadayatullah Hübsch & Harald 'Sack' Ziegler), auf den 2.'ArToll'-Lyrik-Tagen (Bedburg-Hau 1997) und im Kunsthaus 'Tacheles' (Berlin 1997 zur "Werkschau" und 1998 zur "Objektlyrik"-Ausstellung) organisierte das 'Institut für Ganz & GarNix' (G&GN) über den MENGDU e.V. ("Menschen gegen den Untergang") eine erste zyklisch-thematische* Tournee (Düsseldorf 5.-8.10.98). Bespielt wurde das Café 'Modigliani' (nie wieder - unseriös ohne Vertrag!) und 'Schlonz' (wunderbar!) sowie als 7-köpfige Band 'Das Weisse Haus' und die 'Johanneskirche' (beide Orte auch wunderbar!!!). Das führte zu ersten Studio-Aufnahmen für die Debut-CD >freies fleisch< (Vorab-Auskopplungen sind für einen speziellen Literatur-Sampler geplant) sowie der Entwicklung einer direkt-poetischen Sondershow für das DR²-Urduo: ein einziger Text genügt dem delirierenden Dichterfürsten Tom de Toys, um sich vom tanzenden Trompeter Marcus Klische zu ekstatischem "free word jam" (absolut spontan kreierte Textfragmente mit pseudo-schamanistischem Singsang!) inspirieren zu lassen. Wer den Stimmakrobaten noch nicht kennt, wird seinen Ohren kaum trauen, denn diese Fusion zwischen dem ORThodoxen und dem OFFenen der Sprache sprengt Bewußtseinsgrenzen bis das Publikum selber in Visionen badet! Heine würde sich im Grabe wälzen, ein Ausgangstext ist nämlich z.B. die Umdichtung seiner berühmten "Loreley" durch den T.de.T.-Meisterschüler DNÄ (Der Nachäffer)...
Wer diese radikale Rilke-Persiflage, diese strahlenden Radikale buchen möchte, sollte sich beeilen; noch kostet der Geheimtip DR² nur 500 DM (Urduo), 700 DM (mit Pantomime) bzw. 1000 DM (mit Pantomime & mindestens zwei weiteren Musikern).