Bis 1989 war meine
Malerei stark beeinflußt von Meditation, Psychotherapie und esoterischer
Lektüre. Stilistisch war es aufgrund der philosophischen Fragen unvermeidbar,
in eine immer komplexere Abstraktion zu driften mit dem unerwarteten Resultat,
einen religiösen Schwindel in meiner Sehnsucht zu bemerken, den es
als MYSTISCHE INFLATION zu bezeichnen galt. Ich fühlte mich plötzlich
als Marionette sämtlicher Denktraditionen, die jedem Menschenkind
im zivilisatorischen Prozess zum Begreifen der vorhandenen Welt geboten
werden. Und ahnte, daß die Befreiung
des Bewußtseins
nicht durch Besitz von Antworten passierte sondern durch Auflösung
der Fragen. Mit gespielt christlichem Jargon erkannte ich: „Der Gottesverlust
ermöglicht die Unendlichkeit der Schöpfung.“ (Zitat aus: „Die
Welt als Schock und erweiterte Tatsache“, Werkquerschnitt 1985-95, G&GN-Verlag)
Ich hatte den Zweck meiner Malerei ad absurdum geführt. Lange Spaziergänge
und leiborientierte Performances folgten, um dieser schwindelerregenden
BODENLOSIGKEIT standzuhalten.
Dank des kontaktiven Urerlebnisses
am 5.5.1989
sammelten sich neue Energien & Ebenen in meiner Wahrnehmung als überraschender
„Schadensersatz“ für die implodierte Illusion von Kerntheorien:
Der Quantensprung
durchs LOCH war derart überwältigend
und zugleich dermaßen witzig, daß mir noch heute sowohl Kniee
als auch Zwerchfell beim Ausschneiden der Sonne (klassisches Gottessymbol)
auf meinen Skizzen zittern. Anfangs zerrte noch die spätpubertäre
„Melancholie des Narziß“ an meinen Nerven, wie mir ein –nicht
peinliches, aber prägnantes– Gedicht von damals beweist (heute
sähe der Titel vermutlich anders aus, wenn ich noch Gedichte schreiben
würde: „EN(T)D-ECKUNG“)...
