MANIFEST
GEGEN DEN
UNTERGANG
DES UNTERGRUNDS
moderner mensch
schwimmst an der oberfläche
deiner schönen neuen welt
du wartest
lebenslänglich
auf den sinn der existenz
suchst dich in allen
dingen deiner selbst-
verwirklichung so schnell
wie möglich zu begreifen
deine fragen reichen
nur für überlebensspiele
voller schein
auf kosten tieferer
verbundenheit was
nimmst du mit ins grab
und was bleibt als
erinnerung wenn nicht verlust
von angst vor freier
und verrückter
liebe ewigkeit ins herz
zu brennen anfängt
Tom de Toys,
28./29.5.98
(inspiriert durch den „Gartenhaus“-Club)
IM GARTEN ZUHAUSE
das erste bargedicht für eine kellnerin
die mir papier und
titel schenkt um es zu schreiben nein
das ist doch nie
der grund der liegt viel tiefer dort
wo menschen ach wie
kitschig sich als seelen und geschwister
nicht mehr
unterhalten müssen um zu wissen
daß sie füreinander
dasein müssen um zu überleben
in der postmodernen
totgeburt ich sage totgeburt du dummes
vaterland ich
gebe dir nur das was du verdienst und
das ist
auszusprechen wie sehr wir auf dich
verzichten können
hier im nächtlichen geheimtip
ort der träume und der
wünsche dieser platz ist immer
dann ein echter platz
wenn unsre langeweile sehnsucht tankt
verweilen kann
nicht flüchten braucht davor daß
wir real sind ja mein
BERLIN
WIR BRAUCHEN
KEIN MAHNMAL
DENN WIR SIND
REAL
ich sage du Berlin du altes möchtegern
vergiß so schnell
du uns betrügst das spiel mit
uns bleibt noch
gefährlicher solange lügen
weiterwachsen oh Berlin
vergiß dein mahnmal bist du selbst
denn wir sind so real
daß jeder sommer paradiesisch
stinkt wir schwitzen
noch im winter wenn die affen schweigend
bomben
legen zündet diese kraft in unsren
herzen schon
leuchtfeuer kommender entrückungen
im frühling liegt
die ewigkeit im ewigen liegt frühling
und der ganze rest
an einer kleinen bar auf einer kleinen
freien fläche wird
getanzt solange menschen wach sind
hier passiert das
echte unvorstellbar rosarote insichsein
und außer sich
die letzten menschen lachen sich hier
an und küssen
zeitlos die vorahnung von extatischer
stromlosigkeit die
eigenen reserven blühen auf und
geben alles was
woanders kontrolliert verboten bleibt
BERLIN
WIR BRAUCHEN
KEIN MAHNMAL
DENN WIR SIND
REAL
wir sind real der tod kann warten oder
kommen wie er
will Berlin du bist Venedig jede gegenwart
erfüllt mit
gegenwart lebendiger die jederzeit
das weite in der nähe
finden nur noch das für bare münze
nehmen was real ist
wie musik die durch die knochen dringt
die uns
verbinden die vertrauen schafft inmitten
aller kriege die
beweist daß etwas dann passiert
wenn du dich gehen
läßt anstatt das weltgeschehen
nachzulesen nur die
wirklichkeit zählt taten nur wo
wörter überwunden
werden lauert kunst als kunst sich
endlich anzunehmen
anzukommen dazusein wo sein noch möglich
ist
1.DIREKTPOETISCHES MANIFEST
D eutlich
I ntegral
R adikal
E kstatisch
K ontaktiv
T ransrealistisch
E ngagierte
D auer
I ntensität
C harismatisch
H olistisch
T ransmetaphysisch
U niversal
N europoelitischer
G elegenheiten
SONNTAGEN
(30.1.2000)
JENSEITS
VON GOTT... (15./16.1.2000)
L(E)I(E)BHABER
(14.12.99)
T.A.C.H.E.L.E.S.
(4./5.12.99)
DOPPELTE
ENTFREMDUNG (22./23.10.99)
1.ANTITOURISTISCHES
MANIFEST (28.-31.8.99)
ÜBERNICHTS
(8.7.99)
DAS
STUDIOSTÜCK (16.10.98+8.10.99)
KLAR-T.EX.T.
(27.10.97)
PLÄDOYER
FÜR DURCHBLICK (23.2.97)