Tom de Toys, 2./3.7.1998

MANIFEST GEGEN DEN
UNTERGANG DES UNTERGRUNDS

moderner mensch
schwimmst an der oberfläche
deiner schönen neuen welt
du wartest
lebenslänglich
auf den sinn der existenz
suchst dich in allen
dingen deiner selbst-
verwirklichung so schnell
wie möglich zu begreifen
deine fragen reichen
nur für überlebensspiele
voller schein
auf kosten tieferer
verbundenheit was
nimmst du mit ins grab
und was bleibt als
erinnerung wenn nicht verlust
von angst vor freier
und verrückter
liebe ewigkeit ins herz
zu brennen anfängt

Tom de Toys, 28./29.5.98
(inspiriert durch den „Gartenhaus“-Club)

IM GARTEN ZUHAUSE

das erste bargedicht für eine kellnerin die mir papier und
titel schenkt um es zu schreiben nein das ist doch nie
der grund der liegt viel tiefer dort wo menschen ach wie
kitschig sich als seelen und geschwister nicht mehr
unterhalten müssen um zu wissen daß sie füreinander
dasein müssen um zu überleben in der postmodernen
totgeburt ich sage totgeburt du dummes vaterland ich
gebe dir nur das was du verdienst und das ist
auszusprechen wie sehr wir auf dich verzichten können
hier im nächtlichen geheimtip ort der träume und der
wünsche dieser platz ist immer dann ein echter platz
wenn unsre langeweile sehnsucht tankt verweilen kann
nicht flüchten braucht davor daß wir real sind ja mein
BERLIN
WIR BRAUCHEN
KEIN MAHNMAL
DENN WIR SIND
REAL
ich sage du Berlin du altes möchtegern vergiß so schnell
du uns betrügst das spiel mit uns bleibt noch
gefährlicher solange lügen weiterwachsen oh Berlin
vergiß dein mahnmal bist du selbst denn wir sind so real
daß jeder sommer paradiesisch stinkt wir schwitzen
noch im winter wenn die affen schweigend bomben
legen zündet diese kraft in unsren herzen schon
leuchtfeuer kommender entrückungen im frühling liegt
die ewigkeit im ewigen liegt frühling und der ganze rest
an einer kleinen bar auf einer kleinen freien fläche wird
getanzt solange menschen wach sind hier passiert das
echte unvorstellbar rosarote insichsein und außer sich
die letzten menschen lachen sich hier an und küssen
zeitlos die vorahnung von extatischer stromlosigkeit die
eigenen reserven blühen auf und geben alles was
woanders kontrolliert verboten bleibt
BERLIN
WIR BRAUCHEN
KEIN MAHNMAL
DENN WIR SIND
REAL
wir sind real der tod kann warten oder kommen wie er
will Berlin du bist Venedig jede gegenwart erfüllt mit
gegenwart lebendiger die jederzeit das weite in der nähe
finden nur noch das für bare münze nehmen was real ist
wie musik die durch die knochen dringt die uns
verbinden die vertrauen schafft inmitten aller kriege die
beweist daß etwas dann passiert wenn du dich gehen
läßt anstatt das weltgeschehen nachzulesen nur die
wirklichkeit zählt taten nur wo wörter überwunden
werden lauert kunst als kunst sich endlich anzunehmen
anzukommen dazusein wo sein noch möglich ist

Tom de Toys, 3.4.99

1.DIREKTPOETISCHES MANIFEST

D eutlich
I ntegral
R adikal
E kstatisch
K ontaktiv
T ransrealistisch
E ngagierte

D auer
I ntensität
C harismatisch
H olistisch
T ransmetaphysisch
U niversal
N europoelitischer
G elegenheiten
 
 
 


SONNTAGEN  (30.1.2000)
JENSEITS VON GOTT...  (15./16.1.2000)
L(E)I(E)BHABER  (14.12.99)
T.A.C.H.E.L.E.S.  (4./5.12.99)
DOPPELTE ENTFREMDUNG  (22./23.10.99)
1.ANTITOURISTISCHES MANIFEST  (28.-31.8.99)
ÜBERNICHTS  (8.7.99)
DAS STUDIOSTÜCK  (16.10.98+8.10.99)
KLAR-T.EX.T.  (27.10.97)
PLÄDOYER FÜR DURCHBLICK  (23.2.97)

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