Tom Toys, 8./9.2.1993

ODE AN DIE VERGÄNGLICHKEIT

wir können sogar drüber lachen
daß wir drüber lachen
drüber drunter durch und durch
es gibt kein leben keinen tod
nur materie und MATERIE
DIE UM SICH WEIß

ich will nicht glauben
daß wir hier alleine sind
die andern waren schon da
oder kommen noch
wenn wir schon lange lange
ach so schnell das bißchen
bis materie andere MATERIE
KANN TRAURIG SEIN

und frage mich
wer noch versucht zu leben
ohne tot zu sein wie
die da draußen rennen rum
und rum und rum
die die di dumm

jede geste eine heilige
erinnerung an gesichter
zerfallen jede stunde
schlägt die stunde und minuten
der befreiten sehnsucht
jeder sekunde mit dir
einen namen zu geben
verwesen geht noch schneller

immer schneller immer älter
wird das neue neu und
wiederholte einsamkeit
wenn keiner spürt was
er fühlt das vorzeitige vergessen
dient nur dem schlaf

den schwachen kann niemand helfen
während ich im licht verbrenne
schmunzelnd wenigstens
den sternen vertraut entgegen
beten inhaltslos gewissenlos
um zeichen ringend
für die leichen ihrer mörder
wenn der letzte baum die kunst

zu warten vorbereitet auf
auf auf es werden einige
übrig bleiben wie immer
und alles dreht sich
weiter und weiter
häuser haben viele ecken

je nach jahreszeit VERSTRAHLT
DAS HERZ muß alles glauben
hoffnung essen ohne horizont
verzweifelt ohne zweifel
arbeitsplätze schaffen arbeitsplätze
bücher schildern ihre hetze
mit dem stolzen kommentar nur
Götter Wissen Was Umsonst

war

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